Welcher Schornstein passt zu meinem Kaminofen?

Schornstein für Kaminofen: Welche Lösung passt, hängt nicht nur von der Leistung oder dem Rauchrohrdurchmesser ab.

Einzügig oder mit Zuluftkanal? DN140, DN160 oder DN180? Wer einen Kaminofen plant, steht schnell vor vielen technischen Fragen. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, welche Angaben wirklich wichtig sind und wie Sie den passenden Schornstein für Ihren Kaminofen auswählen.

Kurz gesagt: Der passende Schornstein wird nicht allein nach der Leistung des Kaminofens oder dem Rauchrohrdurchmesser ausgewählt. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Feuerstätte, Anschluss, Abgaswerten, Schornsteinhöhe und Verbrennungsluft.

Die 5 wichtigsten Angaben für die Auswahl

Bevor Sie einen Schornstein-Bausatz bestellen, sollten Sie diese fünf Punkte kennen:

  1. Welcher Kaminofen soll angeschlossen werden?
  2. Welchen Rauchrohranschluss besitzt der Ofen?
  3. Welche Schornsteinhöhe ist für das Gebäude geplant?
  4. Wie erhält der Kaminofen seine Verbrennungsluft?
  5. Soll nur eine oder sollen mehrere Feuerstätten angeschlossen werden?

Sind diese Punkte geklärt, können Sie meist bereits zwischen einem einzügigen Schornstein, einem Schornstein mit Zuluftkanal und einem doppelzügigen Schornstein unterscheiden.

Zuerst den Kaminofen auswählen – dann den Schornstein

Wenn Sie einen Neubau planen und weder Kaminofen noch Schornstein gekauft haben, ist es verlockend, zunächst einen „normalen“ Schornstein auszuwählen. Das kann später Probleme verursachen.

Denn zwei Kaminöfen mit beispielsweise 6 oder 8 kW können unterschiedliche Anforderungen an die Abgasanlage haben. Entscheidend sind nicht nur die Nennwärmeleistung, sondern unter anderem:

  • Hersteller und Modell
  • Brennstoff
  • Nennwärmeleistung
  • Rauchrohrdurchmesser
  • Abgastemperatur
  • Abgasmassenstrom
  • erforderlicher Förderdruck
  • Art der Verbrennungsluftversorgung

Diese Angaben finden Sie normalerweise im technischen Datenblatt oder in der Bedienungsanleitung des Kaminofens.

Unser Tipp: Wenn möglich, legen Sie zuerst das konkrete Ofenmodell fest. Danach lässt sich der Schornstein wesentlich sicherer planen.

Rauchrohranschluss und Schornstein­durchmesser sind nicht dasselbe

Hier entsteht besonders häufig Verwirrung. Wenn in den technischen Daten Ihres Kaminofens beispielsweise „Rauchrohranschluss Ø 150 mm“ steht, beschreibt diese Angabe zunächst den Anschlussstutzen des Ofens beziehungsweise den Durchmesser des daran angeschlossenen Rauchrohres.

Das bedeutet nicht automatisch, dass auch der keramische Schornstein einen Innendurchmesser von 150 mm haben muss. Geräteanschluss und Schornstein-DN sind zwei unterschiedliche Größen.

Rauchrohranschluss 150 mm und Keramikschornstein DN160 am Kaminofen

Bei einem Keramikschornstein bezeichnet die DN-Angabe den Innendurchmesser des keramischen Abgaszuges. In unserem Sortiment sind vor allem folgende Größen relevant:

  • DN140 – Innendurchmesser des keramischen Abgaszuges ca. 140 mm
  • DN160 – Innendurchmesser ca. 160 mm
  • DN180 – Innendurchmesser ca. 180 mm
  • DN200 – Innendurchmesser ca. 200 mm

Welcher dieser Durchmesser tatsächlich zu Ihrem Kaminofen passt, hängt jedoch nicht nur vom Rauchrohranschluss ab. Auch Abgastemperatur, Abgasmassenstrom, erforderlicher Förderdruck, Rauchrohrführung und Schornsteinhöhe müssen berücksichtigt werden.

Kaminofen mit 150 mm Rauchrohranschluss

Ein Rauchrohranschluss von 150 mm gehört bei klassischen Kaminöfen zu den häufigsten Größen.

Für einen typischen Kaminofen mit 150-mm-Rauchrohranschluss ist ein Keramikschornstein DN160 in der Praxis meist die naheliegende Wahl. Der Anschluss erfolgt über eine passende Anschlusslösung 150/160.

Das gilt besonders für viele Kaminöfen im Leistungsbereich von etwa 6 bis 10 kW, bei denen ein 150-mm-Rauchrohranschluss sehr häufig vorkommt.

Wenn Sie bei einem solchen Kaminofen zwischen DN140 und DN160 schwanken, empfehlen wir in der Regel DN160.

Schornsteine für Geräteanschluss 150 mm ansehen

Kaminofen mit 120 oder 130 mm Anschluss

Bei einem Kaminofen mit 120 oder 130 mm Rauchrohranschluss ist DN140 in der Regel die naheliegende Wahl.

Wenn Sie zwischen DN120/130 und DN140 schwanken, empfehlen wir für einen neuen Keramikschornstein in der Regel DN140.

→ Schornsteine für Geräteanschluss 120 mm ansehen

→ Schornsteine für Geräteanschluss 130 mm ansehen

Kaminofen mit 160 oder 180 mm Anschluss

Bei einem Kaminofen mit 160 mm Rauchrohranschluss ist DN160 in der Regel die naheliegende Wahl. Der Anschluss kann direkt in der passenden Größe ausgeführt werden.

Bei einem Kaminofen oder einer leistungsstärkeren Feuerstätte mit 180 mm Rauchrohranschluss empfehlen wir in der Regel einen Keramikschornstein DN180.

Kurz gesagt: 160-mm-Anschluss → DN160, 180-mm-Anschluss → DN180.

→ Schornsteine für Geräteanschluss 160 mm ansehen

→ Schornsteine für Geräteanschluss 180 mm ansehen

Typische Rauchrohranschlüsse nach Nennwärmeleistung

NennwärmeleistungTypischer RauchrohranschlussWeitere häufig vorkommende GrößenEinschätzung
4 kW130 mm120, 150 mm130 mm ist bei kleinen Kaminöfen besonders typisch
5 kW125, 130 oder 150 mm120 mmKein eindeutig dominierender Standard
6 kW150 mm130 mm150 mm wird zunehmend zur häufigsten Größe
7 kW150 mm130 mm, vereinzelt 160 mmSehr deutliche Dominanz von 150 mm
8 kW150 mm130 mm150 mm ist sehr typisch
10 kW150 mm130 mm150 mm bleibt mit Abstand die wichtigste Größe
12 kW180 mm150 mmDeutlicher Übergang zu größeren Rauchrohranschlüssen

Wichtig: Diese Übersicht zeigt typische Rauchrohranschlüsse bei Kaminöfen und dient als Orientierung. Die Nennwärmeleistung allein bestimmt weder den erforderlichen Rauchrohrdurchmesser noch den passenden Schornstein-DN. Maßgeblich sind immer die technischen Daten des konkreten Ofenmodells.

Welcher Schornstein-DN passt zu welcher Kaminofen-Leistung?

Als einfache Orientierung: Für kleine Kaminöfen um 4 kW ist DN140 meist die passende Richtung. Bei Kaminöfen mit etwa 6 bis 10 kW ist DN160 in der Regel die erste Wahl. Bei stärkeren Kaminöfen um 12 kW geht die Empfehlung meist in Richtung DN180.

NennwärmeleistungTypischer RauchrohranschlussEmpfohlener Schornstein-DNKlare Empfehlung
4 kW130 mmDN140Für kleine Kaminöfen meist die passende Wahl
5 kW125, 130 oder 150 mmDN140–DN160Bei Unsicherheit zwischen beiden Größen: eher DN160
6 kW150 mmDN160DN160 ist meist die erste Wahl
7 kW150 mmDN160DN160 ist die typische Wahl
8 kW150 mmDN160DN160 ist sehr häufig die passende Größe
10 kW150 mmDN160In typischen Fällen weiterhin DN160
12 kW180 mmDN180Bei dieser Leistung meist DN180 einplanen

Hinweis: Diese Tabelle ist eine praktische Orientierung für typische Kaminöfen. Bei außergewöhnlichen Gerätedaten oder besonderen Einbausituationen kann eine andere Dimension erforderlich sein.

Warum „größer“ nicht automatisch besser ist

Wenn Sie zwischen zwei für Ihren Kaminofen üblichen Schornsteindurchmessern schwanken, ist der größere Durchmesser in der Praxis meist die sicherere Wahl als ein zu kleiner Schornsteinquerschnitt.

Ein zu kleiner Querschnitt kann dazu führen, dass die Abgase nicht ausreichend abgeführt werden und die geplante Feuerstätte nicht problemlos am Schornstein betrieben werden kann.

Das bedeutet jedoch nicht: je größer, desto besser. Ein unnötig großer Schornstein kann das Abgasverhalten ebenfalls ungünstig beeinflussen.

Unsere Empfehlung: Orientieren Sie sich zunächst an der oben stehenden Tabelle. Wenn für Ihren Kaminofen beispielsweise DN140 und DN160 als typische Größen infrage kommen und Sie zwischen beiden schwanken, wählen Sie eher DN160. Liegen Gerät oder Einbausituation deutlich außerhalb der üblichen Fälle, sollte die Kombination genauer geprüft werden.

Welche Schornsteinhöhe braucht mein Kaminofen?

Auch bei der Schornsteinhöhe gibt es keine pauschale Antwort wie „ein Kaminofen braucht mindestens X Meter Schornstein“. Die erforderliche Höhe hängt sowohl von der Einbausituation des Gebäudes als auch von den technischen Anforderungen der Feuerstätte ab.

Dabei sollten zwei unterschiedliche Begriffe auseinandergehalten werden: die Gesamthöhe des Schornsteins und die wirksame Schornsteinhöhe.

Gesamthöhe des Schornstein-Bausatzes

Die Gesamthöhe ist die tatsächliche Höhe des Schornsteins, die für das Gebäude benötigt und als Bausatz bestellt wird. Sie ergibt sich unter anderem aus dem Aufstellpunkt des Schornsteins, den Geschosshöhen, den Decken, dem Dachaufbau und der erforderlichen Höhe der Schornsteinmündung über dem Dach.

  • Aufstellpunkt des Schornsteins
  • Geschosshöhen
  • Decken und Dachaufbau
  • Dachdurchführung
  • erforderliche Höhe der Schornsteinmündung über dem Dach

Unsere Keramikschornsteine sind je nach System in vielen unterschiedlichen Höhen erhältlich. Dadurch kann der Bausatz möglichst passend an die geplante Gebäudehöhe angepasst werden.

Wirksame Schornsteinhöhe

Die wirksame Schornsteinhöhe ist nicht identisch mit der Gesamthöhe des Schornsteins. Vereinfacht betrachtet beschreibt sie den Höhenunterschied zwischen der Einleitung der Abgase in den Schornstein und der Schornsteinmündung.

Sie beeinflusst zusammen mit weiteren Faktoren den verfügbaren Förderdruck. Deshalb können zwei Häuser mit demselben Kaminofen und demselben Schornsteindurchmesser unterschiedliche technische Bedingungen haben.

Für eine technische Beurteilung müssen daher nicht nur Durchmesser und Gesamthöhe bekannt sein, sondern auch die tatsächliche Anschluss- und Einbausituation.

Höhe über Dach nicht vergessen

Bei der Planung der Gesamthöhe muss außerdem berücksichtigt werden, wie hoch die Schornsteinmündung über dem Dach geführt werden muss. Dabei spielen unter anderem Dachform, Firstlage und die Umgebung des Gebäudes eine Rolle.

Diese Anforderungen sollten möglichst vor der Bestellung des Schornsteins mit dem zuständigen Schornsteinfeger abgestimmt werden.

Wichtig bei neuen Feuerungsanlagen: Für Feuerungsanlagen mit festen Brennstoffen, die nach dem 31. Dezember 2021 errichtet werden, gelten besondere Anforderungen an die Lage der Schornsteinmündung. Grundsätzlich muss die Austrittsöffnung firstnah angeordnet sein und den First um mindestens 40 cm überragen. Zusätzlich können Anforderungen hinsichtlich Fenstern, Türen und Lüftungsöffnungen in der Umgebung des Gebäudes gelten. Rechtsgrundlage: § 19 der 1. BImSchV

Die konkrete erforderliche Schornsteinhöhe sollte deshalb immer für das jeweilige Gebäude geprüft und vor der Bestellung mit dem zuständigen Schornsteinfeger abgestimmt werden.

Einzügig, mit Zuluftkanal oder doppelzügig?

Wenn Durchmesser und Höhe grob geklärt sind, stellt sich die nächste Frage: Welche Bauart des Schornsteins passt zu meinem Kaminofen und zu meinem Gebäude?

Für die meisten privaten Projekte kommen drei Varianten infrage: ein einzügiger Schornstein, ein Schornstein mit zusätzlichem Zuluftkanal oder ein doppelzügiger Schornstein.

Einzügiger Schornstein – die klassische Lösung

Wenn Sie einen Kaminofen anschließen möchten und keine Verbrennungsluft über einen zusätzlichen Kanal im Schornstein geführt werden soll, ist ein einzügiger Keramikschornstein häufig die einfachste und passende Lösung.

Er besitzt einen keramischen Abgaszug, über den die Rauchgase der angeschlossenen Feuerstätte sicher nach außen geführt werden.

Typische Situation: 1 Kaminofen → 1 Abgaszug → einzügiger Schornstein

→ Einzügige Schornsteine ansehen

Schornstein mit Zuluftkanal – wenn Verbrennungsluft von außen benötigt wird

Moderne Gebäude sind häufig sehr luftdicht ausgeführt. Gleichzeitig besitzen viele Kaminöfen einen separaten Anschluss für externe Verbrennungsluft. In solchen Fällen kann ein Keramikschornstein mit zusätzlichem Zuluftkanal eine interessante Lösung sein.

Der keramische Zug führt die Abgase nach außen. Über den zusätzlichen Kanal kann – wenn Feuerstätte und Planung dafür geeignet sind – Verbrennungsluft von außen zum Kaminofen geführt werden.

Typische Situation: Kaminofen mit separatem Außenluftanschluss → Abgasführung über den Keramikzug + Verbrennungsluft über den zusätzlichen Zuluftkanal.

Wichtig: Ein raumluftunabhängiger Kaminofen benötigt nicht automatisch einen Schornstein mit Zuluftkanal. Entscheidend ist, wie der Hersteller die Verbrennungsluftzufuhr für das konkrete Ofenmodell vorsieht.

Benötigt die Feuerstätte ein bestimmtes systemgebundenes oder konzentrisches Luft-Abgas-System (LAS), kann dieses nicht einfach durch einen normalen separaten Zuluftkanal ersetzt werden. Maßgeblich sind die Herstellerangaben und die Zulassung der Feuerstätte.

→ Schornsteine mit Zuluftkanal ansehen

Doppelzügiger Schornstein – zwei getrennte Abgaszüge

Ein doppelzügiger Keramikschornstein besitzt zwei voneinander getrennte Abgaszüge. Dadurch können zwei Feuerstätten unabhängig voneinander an einen gemeinsamen Schornsteinkörper angeschlossen werden.

Diese Lösung kann sinnvoll sein, wenn beispielsweise ein Kaminofen und eine zweite Feuerstätte geplant sind, unterschiedliche Schornsteindurchmesser benötigt werden oder bereits bei der Bauplanung eine spätere Erweiterung berücksichtigt werden soll.

  • Kaminofen + zweite Feuerstätte
  • zwei unterschiedliche Feuerstätten mit getrennten Abgaswegen
  • unterschiedliche Zugdurchmesser
  • Vorbereitung für eine spätere Nutzung eines zweiten Zuges

Typische Situation: 2 Feuerstätten → 2 getrennte Abgaszüge → doppelzügiger Schornstein

→ Doppelzügige Schornsteine ansehen

Vergleich von einzügigem Schornstein, Schornstein mit Zuluftkanal und doppelzügigem Schornstein

Raumluftabhängig oder raumluftunabhängig – was bedeutet das für den Schornstein?

Bei der Auswahl des Schornsteins spielt nicht nur die Abgasführung eine Rolle. Ebenso wichtig ist die Frage, woher der Kaminofen die für die Verbrennung benötigte Luft erhält.

Raumluftabhängiger Kaminofen

Ein raumluftabhängig betriebener Kaminofen bezieht die benötigte Verbrennungsluft aus dem Aufstellraum. In einer geeigneten Gebäudesituation kann deshalb ein klassischer einzügiger Schornstein ausreichend sein.

Gleichzeitig muss sichergestellt sein, dass dem Raum genügend Verbrennungsluft zur Verfügung steht. Besonders bei modernen, dichten Gebäuden sowie beim Betrieb von Lüftungsanlagen oder Dunstabzugshauben muss die gesamte Luftsituation berücksichtigt werden.

Kaminofen mit externer Verbrennungsluft

Besitzt der Ofen einen separaten Außenluftanschluss, kann die Verbrennungsluft über eine separat geplante Leitung zugeführt werden.

ine Möglichkeit kann ein Schornstein mit Zuluftkanal sein.

Ob genau diese Lösung zu Ihrem Ofen passt, muss jedoch anhand der Herstellerunterlagen geprüft werden.

Kann ich zwei Kaminöfen an einen Schornstein anschließen?

Nicht zwingend benötigen zwei Feuerstätten zwei separate Schornsteinzüge.

Unter bestimmten technischen Voraussetzungen kann eine Mehrfachbelegung eines geeigneten Abgaszuges möglich sein.

Das ist jedoch keine Entscheidung, die allein anhand der Anzahl der Kaminöfen getroffen werden sollte.

Feuerstätten, Schornstein, Anschlussstellen, Höhen und Betriebsweise müssen zusammenpassen. Eine geplante Mehrfachbelegung sollte deshalb vor der Bestellung technisch geprüft und mit dem zuständigen Schornsteinfeger abgestimmt werden.

Wenn zwei voneinander unabhängige Abgasführungen gewünscht oder erforderlich sind, kann stattdessen ein doppelzügiger Keramikschornstein sinnvoll sein.

Diese Daten sollten Sie im Kaminofen-Datenblatt suchen

Sie haben Ihren Kaminofen bereits ausgewählt? Dann nehmen Sie das technische Datenblatt oder die Bedienungsanleitung zur Hand.

Für die Auswahl und technische Prüfung des Schornsteins sind insbesondere folgende Angaben wichtig:

  • Hersteller
  • genaue Modellbezeichnung
  • Brennstoff
  • Nennwärmeleistung in kW
  • Rauchrohrdurchmesser
  • Abgastemperatur
  • Abgasmassenstrom
  • erforderlicher Förderdruck
  • Angaben zur Verbrennungsluftversorgung
  • gegebenenfalls Zulassung oder Nachweis für besondere Betriebsarten

Für eine genaue technische Beurteilung werden zusätzlich Angaben zur geplanten Abgasanlage benötigt, beispielsweise Schornsteindurchmesser, geplante Schornsteinhöhe und Rauchrohrführung.

Fehlen Ihnen diese Daten, sollten Sie den Schornstein nicht allein nach Ofenleistung oder Rauchrohrdurchmesser auswählen.

Drei typische Situationen aus der Praxis

Fall 1: Klassischer Kaminofen mit 150-mm-Anschluss

Sie haben einen Kaminofen mit einem Rauchrohranschluss von 150 mm ausgewählt. Der Ofen wird klassisch betrieben und benötigt keine Verbrennungsluft über einen zusätzlichen Kanal im Schornstein.

Ein möglicher Ausgangspunkt kann sein:

einzügiger Keramikschornstein + DN160 + passende Anschlusslösung 150/160

Ob diese Kombination für Ihren Kaminofen und die geplante Schornsteinhöhe tatsächlich geeignet ist, sollte anhand der technischen Daten geprüft werden.

→ Passenden Schornstein konfigurieren

Fall 2: Kaminofen mit separatem Außenluftanschluss

Ihr Kaminofen besitzt einen separaten Anschluss für externe Verbrennungsluft und der Hersteller sieht eine entsprechende Luftzuführung vor.

Dann kann ein:

Keramikschornstein mit zusätzlichem Zuluftkanal

eine geeignete Lösung sein.

Der keramische Zug führt die Abgase nach außen, während der zusätzliche Kanal – je nach Planung und Feuerstätte – für die Verbrennungsluft genutzt werden kann.

Ob diese Lösung für Ihr konkretes Ofenmodell geeignet ist, sollte anhand der Herstellerunterlagen geprüft werden.

→ Schornsteine mit Zuluftkanal ansehen

Fall 3: Kaminofen und zweite Feuerstätte geplant

Sie möchten einen Kaminofen anschließen und planen zusätzlich eine zweite Feuerstätte – beispielsweise einen Pelletofen, Holzofen oder ein anderes geeignetes Heizgerät.

Dann kann ein:

doppelzügiger Keramikschornstein mit zwei getrennten Abgaszügen

eine sinnvolle Lösung sein.

Beide Feuerstätten erhalten dabei einen eigenen Abgaszug. Die beiden Züge können – abhängig von den angeschlossenen Geräten – auch mit unterschiedlichen Durchmessern ausgeführt werden.

Welche Durchmesser für die beiden Feuerstätten geeignet sind, sollte jeweils anhand der technischen Gerätedaten und der geplanten Schornsteinhöhe geprüft werden.

→ Doppelzügige Schornsteine ansehen

Wann brauche ich eine Schornstein­berechnung?

Wenn Kaminofen, geplanter Schornsteindurchmesser und geplante Schornsteinhöhe bereits feststehen, kann eine Schornsteinberechnung prüfen, ob die vorgesehene Kombination technisch zusammenpasst.

Dabei werden unter anderem berücksichtigt:

  • technische Daten der Feuerstätte
  • Nennwärmeleistung
  • Abgastemperatur
  • Abgasmassenstrom
  • erforderlicher Förderdruck
  • Rauchrohrdurchmesser
  • Länge und Verlauf des Rauchrohres
  • geplanter Schornsteindurchmesser
  • geplante Schornsteinhöhe

Wichtig: Die Schornsteinberechnung bestimmt nicht die erforderliche Gebäude- oder Bausatzhöhe. Die geplante Schornsteinhöhe ist eine Eingabe für die Berechnung.

Bei Beste Schornsteine kostet die Schornsteinberechnung für einen einzügigen Keramikschornstein oder einen Schornstein mit Zuluftkanal 59,50 € inkl. MwSt.

Für einen doppelzügigen Keramikschornstein mit jeweils einer Feuerstätte pro Abgaszug beträgt der Preis 119,00 € inkl. MwSt.

Die Berechnung dient der technischen Überprüfung der geplanten Kombination und ersetzt nicht die abschließende Prüfung oder Freigabe durch den zuständigen Schornsteinfeger.

→ Schornsteinberechnung bestellen

Die häufigsten Fehler bei der Auswahl

Viele Probleme lassen sich vermeiden, wenn der Schornstein nicht nur nach einem einzigen Wert ausgewählt wird.

Fehler 1: Nur nach kW auswählen

„Mein Kaminofen hat 6 kW – welchen Durchmesser brauche ich?“

Die Leistung allein reicht für eine zuverlässige Auswahl nicht aus. Zwei Kaminöfen mit gleicher Nennwärmeleistung können unterschiedliche Abgaswerte und unterschiedliche Anforderungen an den Förderdruck haben.

Fehler 2: Rauchrohrdurchmesser automatisch als Schornstein-DN übernehmen

Ein Rauchrohranschluss von 150 mm bedeutet nicht automatisch, dass auch der Schornstein einen Innendurchmesser von 150 mm haben muss.

Geräteanschluss und Schornstein-DN sind zwei unterschiedliche Größen.

Fehler 3: Vorsichtshalber einen größeren Schornstein wählen

Ein größerer Schornsteindurchmesser bedeutet nicht automatisch besseren Zug oder mehr Sicherheit.

Der Querschnitt muss zur Feuerstätte, zu den Abgaswerten und zur geplanten Schornsteinhöhe passen.

Fehler 4: Verbrennungsluft bei der Planung vergessen

Besonders bei modernen und luftdichten Gebäuden sollte frühzeitig geklärt werden, woher der Kaminofen seine Verbrennungsluft erhält.

Je nach Feuerstätte und Planung kann ein klassischer einzügiger Schornstein ausreichen oder eine Lösung mit externer Verbrennungsluft sinnvoll sein.

Fehler 5: Erst bestellen und danach den Schornsteinfeger fragen

Das kann unnötige Kosten und Änderungen verursachen.

Sinnvoller ist es, das geplante System, die Feuerstätte und die Einbausituation möglichst vor der Bestellung mit dem zuständigen Schornsteinfeger abzustimmen.

Welchen Schornstein brauche ich nun konkret?

Nutzen Sie diese einfache Entscheidungshilfe:

Sie haben einen Kaminofen, kennen den Rauchrohranschluss und die geplante Schornsteinhöhe?

→ Schornstein konfigurieren

Sie möchten zunächst sehen, welche Schornsteinsysteme speziell für Kaminöfen infrage kommen?

→ Schornstein für Kaminofen

Ihr Kaminofen soll über einen separaten Kanal mit Verbrennungsluft versorgt werden?

→ Schornsteine mit Zuluftkanal

Sie planen zwei getrennte Abgaszüge?

→ Doppelzügige Schornsteine

Ofen, Durchmesser und geplante Höhe stehen fest und Sie möchten die Kombination rechnerisch prüfen lassen?

→ Schornsteinberechnung bestellen

Sie sind noch unsicher, welche Variante zu Ihrem Projekt passt?

→ Kostenloses Angebot anfragen

Checkliste vor der Bestellung

Bevor Sie Ihren Keramikschornstein bestellen, prüfen Sie noch einmal:

  • Habe ich das genaue Kaminofenmodell ausgewählt?
  • Kenne ich den Rauchrohranschluss?
  • Habe ich das technische Datenblatt des Ofens?
  • Kenne ich die geplante Schornsteinhöhe?
  • Ist die erforderliche Höhe und Position der Schornsteinmündung über dem Dach geklärt?
  • Ist geklärt, wie der Kaminofen mit Verbrennungsluft versorgt wird?
  • Benötige ich einen oder zwei Abgaszüge?
  • Sind zusätzliche Anschlussstellen oder weitere Feuerstätten geplant?
  • Habe ich das geplante System mit meinem Schornsteinfeger abgestimmt?

Wenn Sie diese Fragen beantworten können, sind die wichtigsten Grundlagen für die Auswahl des passenden Schornsteins bereits geklärt.

Fazit: Nicht irgendeinen Schornstein wählen – sondern den passenden

Für die meisten Kaminöfen lässt sich die Auswahl zunächst recht einfach eingrenzen:

  • ca. 4 kW → meist DN140
  • ca. 6–10 kW → meist DN160
  • ca. 12 kW → häufig DN180

Wenn Sie zwischen zwei für Ihren Kaminofen üblichen Schornsteindurchmessern schwanken, wählen Sie im Zweifel eher den größeren Durchmesser.

Für einen klassischen Kaminofen ohne Luftzuführung über den Schornstein ist meist ein einzügiger Keramikschornstein die richtige Wahl. Soll die Verbrennungsluft über einen zusätzlichen Kanal geführt werden, kommt ein Schornstein mit Zuluftkanal infrage. Werden zwei getrennte Abgaszüge benötigt, wählen Sie einen doppelzügigen Schornstein.

Wenn Sie Rauchrohranschluss und geplante Schornsteinhöhe bereits kennen, können Sie über unseren Konfigurator direkt den passenden Keramikschornstein-Bausatz auswählen.

Sie möchten die geplante Kombination technisch prüfen lassen?
Schornsteinberechnung bestellen

Häufige Fragen zum Schornstein für Kaminöfen

Der passende Schornsteindurchmesser hängt nicht allein von der Leistung des Kaminofens ab. Entscheidend sind unter anderem Rauchrohranschluss, Abgastemperatur, Abgasmassenstrom, erforderlicher Förderdruck, Rauchrohrführung und Schornsteinhöhe. Bei vielen klassischen Kaminöfen mit 150-mm-Anschluss kann DN160 mit einer passenden Anschlusslösung ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Die konkrete Eignung sollte jedoch anhand der technischen Daten geprüft werden.

Nein. Rauchrohranschluss und Innendurchmesser des keramischen Schornsteinzuges sind zwei unterschiedliche Größen. Ein Kaminofen mit 150-mm-Rauchrohranschluss kann beispielsweise – abhängig von den technischen Daten und der geplanten Anlage – mit einem DN160-Keramikschornstein und einer passenden Anschlusslösung kombiniert werden.

Ja – für einen typischen Kaminofen mit etwa 6 kW ist DN160 in den meisten Fällen die erste Wahl.

Bei dieser Leistung ist ein Rauchrohranschluss von 150 mm sehr häufig, und DN160 passt deshalb bei vielen üblichen Kaminofen-Installationen sehr gut.

Weichen Gerätedaten oder Schornsteinhöhe deutlich vom üblichen Fall ab, kann eine andere Dimension erforderlich sein.

Nicht grundsätzlich. Ein Schornstein mit Zuluftkanal kann sinnvoll sein, wenn die Verbrennungsluft über einen zusätzlichen Kanal von außen zur Feuerstätte geführt werden soll und das konkrete Ofenmodell sowie die Planung dafür geeignet sind. Maßgeblich sind die technischen Angaben des Kaminofenherstellers.

Ja. Wenn Sie das Kaminofenmodell, den Rauchrohranschluss, die gewünschte Bauart des Schornsteins und die geplante Schornsteinhöhe kennen, können Sie über unseren Konfigurator passende Keramikschornstein-Bausätze auswählen. Der Konfigurator ersetzt jedoch keine technische Prüfung der geplanten Kombination.

Eine Abstimmung vor der Bestellung ist sehr zu empfehlen. Der zuständige Schornsteinfeger kann die geplante Feuerstätte, den Schornstein, die Einbausituation und die Lage der Schornsteinmündung beurteilen. So lassen sich spätere Änderungen und unnötige Kosten vermeiden.

Über Beste Schornsteine

Beste Schornsteine ist auf Keramikschornsteinsysteme spezialisiert. Seit 2015 wurden über 1.000 Schornsteinsysteme für Kunden in Deutschland und Österreich geliefert. Unsere Ratgeber basieren auf praktischer Erfahrung mit Kaminöfen, Geräteanschlüssen, Schornsteinplanung und der Auswahl passender Keramikschornsteine.